In Polarluft zum Vereinsrekord


Rheinpfalz: QUIRNHEIM: Team Weber/Sigel absolvierten mit 707 Kilometern den weitesten Flug, der jemals von Grünstadt gestartet wurde
Hochdruck und Polarluft – das ist genau die richtige Mischung, um die schon für diese Jahreszeit ergiebige Sonneneinstrahlung zur ausgiebigen Thermikproduktion anzuregen. Dieses Wetter nutzte am Sonntag das Segelflug-Team Harald Weber und Eberhard Sigel vom Luftfahrtverein Grünstadt und Umgebung zum größten Streckenflug, der bisher von Grünstadt aus unternommen wurde.

Nach 7,5 Stunden und einer zurückgelegten Strecke von 707 Kilometer landete das Doppelsitzer-Team zwar leicht unterkühlt, aber dennoch glücklich auf dem heimatlichen Flugplatz auf dem Quirnheimer Berg. Dabei war eigentlich „nur” ein 500-Kilometer-Dreiecksflug mit den Wendepunkten in Hassfurt am Main sowie Neresheim auf der Schwäbischen Alb und zurück nach Grünstadt geplant. Gestartet wurde um 11.25 Uhr.

Am Samstag hatte es nicht unbedingt nach einem Rekordwetter ausgesehen, doch der Wetterbericht zu diesem Rekordflug am Sonntag lautete kurz: „Eine kleine Hochdruckbrücke mit Kaltlufteinbruch findet am Ostersonntag statt. Mit nördlichem Wind gelangt sehr kalte arktische Luft zu uns. In drei Kilometer Höhe sinkt die Temperatur um 20 Grad ab. Schneeschauer ziehen südwärts und hinterlassen gebietsweise auch im Flachland eine dünne Schneedecke von bis zu zwei Zentimetern".

Bei hervorragender Thermik erreichten Weber und Sigel schnell die erste Wende im Osten, Hassfurt, und die zweite Wende Neresheim auf der schwäbischen Alb. Da diese Aufgabe aber bereits um 15.30 Uhr geschafft und die Männer noch immer 2000 Meter hoch waren, entschlossen sie sich kurzerhand, den Flug fortzusetzen und ganz in den Westen bis Dillingen zu fliegen. Auch diesen Wendepunkt hatten die beiden sehr schnell erreicht, doch merkten die Flieger zu diesem Zeitpunkt schon, dass die Thermik nach 18 Uhr deutlich schwächer wurde. So waren die letzten 30 Kilometer noch einmal spannend, bei Sembach wurde in 300 Meter über Grund dann doch noch der „rettende Bart” für den Nachhause-Flug gefunden.

So erreichte das Team Weber/Sigel mit dem vereinseigenen Doppelsitzer „Duo Discus” nach 7 Stunden und 38 Minuten einer zurückgelegten Strecke von 707 Kilometern den heimatlichen Flugplatz, was einen neuen Vereinsrekord darstellt.

Harald Weber sagte: „Hammer, was so eine kleine Hochdruckbrücke und polare Kaltluft für Thermik produziert, Steigwerte von drei Meter pro Sekunde waren eher normal, aber die Temperaturen zwischen -10 und -16 Grad in einer Höhe von bis zu 2400 Metern über mehr als sieben Stunden, das ist schon auch eine extreme Herausforderung und erfordert entsprechende Vorbereitung, warme Kleidung, viel Erfahrung, Ausdauer und Durchhaltevermögen”, was man bei diesen Temperaturen verstehen kann. (red)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.87
Datum: Freitag, den 13. April 2012
Seite: Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: ‘8858561’
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