„Tante Anna fliegen macht Spaß”


QUIRNHEIM: Vorführungen der Yak-Staffel und Antonov-Flüge die Höhepunkte des Flugplatzfests
Die Yak 52 schraubt sich durch den Himmel über dem Quirnheimer Berg, auf dem Rücken liegen Menschen im Gras, halten die Hand zum Schutz gegen die strahlende Sonne über die Augen und erfreuen sich an der Kunstflugdarbietung von Patrick Behor, dem französischen Kunstflieger. Am Boden steht Ernst Eymann und kommentiert für die Zuschauer die Figuren, die so spielerisch leicht aussehen, aber das ganze Können des Piloten erfordern.

Behor gehört zur Yak-Staffel aus Pirmasens, die seit vielen Jahren beim Flugplatzfest des Luftfahrtvereins Grünstadt zu Gast ist. Die Vorführungen der Piloten, die ihre fast 35 Jahre alten Maschinen gekonnt steuern, sind etwas Besonderes beim Flugtag. Die Formationen, die gezeigt werden, sind weniger auf spektakuläre Aktionen, sondern präzises und schön anzusehendes Fliegen ausgelegt. „Wir bewegen uns in einer Höhe von maximal 200 Metern, das ist dann für den Zuschauer noch interessant", so Volker Erndt, der Staffelleiter der Yak-Flieger, die mit drei Maschinen nach Quirnheim gekommen sind. Die Maschinen sind jeweils das Eigentum der Piloten, die diese auch selbst warten. „Bei dem Hobby geht nur das, das ist familienunfreundlich und ausschließlich", sagt Erndt mit einem Lächeln im Gesicht. Ersatzteilbeschaffung und die russischen Wartungsintervalle machen das Hobby nicht einfacher: Einmal im Jahr kommt ein russischer Prüfer, um die Maschine abzunehmen. Zwei Vorführungen gab es am Sonntag.

Anderen zusehen ist die eine Seite der Medaille, selbst mitzufliegen die andere. Von April bis Anfang Oktober ist Thorsten Reitz von Classic Wings mit der Antonov, dem größten Doppeldecker der Welt mit 18 Meter Spannweite, auf Flugtagen in ganz Deutschland unterwegs. „Wir bieten bei diesen Veranstaltungen zum Sonderpreis die Chance, selbst einmal zu erleben, wie Luftfahrt in der Vergangenheit war."

Die Antonov, entwickelt von Oleg Antonov, wurde im Auftrag des russischen Agrarministeriums gebaut. Sie sollte große Lasten tragen und auf kurzen Plätzen starten und landen. „Die Anna kann 5,5 Tonnen tragen und auf 200 Meter Gras landen, dafür ist sie ausgelegt und damit auch für den Quirnheimer Berg optimal geeignet", erzählt Reitz über seine Maschine. „Tante Anna fliegen macht immer Spaß, auch wenn bei den Rundflügen natürlich eine gewisse Routine einkehrt", sagt der Pilot. „Die Anna ist eines der sichersten Flugzeuge, das je gebaut wurde, noch bis in die 90er wurde sie gebaut", weiß Reitz.

Neun Passagiere kann er mitnehmen und einen weiteren Sitz im Cockpit pro Rundflug anbieten. „Das Angebot wird rege genutzt, aber es ist immer noch ein gutes Stück Hobby dabei", betont Reitz, dass er die Lust am Fliegen noch nicht verloren hat. (jös)

Quelle: Rheinpfalz

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