Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Luftfahrt


Luftfahrtverein lädt zum Flugtag auf den Quirnheimer Berg ein – Motorrad- und Technikmuseum organisiert zum 21. Mal eine Oldtimer-Sternfahrt
Am Sonntag lädt der Luftfahrtverein Grünstadt und Umgebung auf den Quirnheimer Berg zum „Open Airport“ ein. Anreisen können Besucher mit dem Flieger, dem Oldtimer oder dem Oldtimer-Motorrad. Der Flugtag fokussiert sich in diesem Jahr auf das 90-jährige Bestehen des Luftfahrtvereins Grünstadt und Umgebung.
„Wir versuchen am Sonntag, die Geschichte der Fliegerei seit der Gründung unseres Vereins im Jahr 1927 zu dokumentieren“, sagt Ernst Eymann, Vorsitzender des Luftfahrtvereins. „Nachdem die Franzosen das Segelfliegen auf dieser Seite des Rheins freigaben, haben sich einige Grünstadter zusammengetan, um gemeinsam Luftsport zu betreiben. An diese Gründertage wollen wir erinnern, gleichzeitig die Entwicklung der Luftfahrt und unseres Vereins dokumentieren.“ Seit 1986 führt der heute 62-Jährige den Luftfahrtverein. Seit 2005 ist er außerdem Präsident des Luftsportverbandes Rheinland-Pfalz. „Unser Ziel war es, quasi eine Enzyklopädie der Luftfahrt für den Flugtag einzuladen, möglichst viele historische Modelle zu bekommen“, sagt Eymann. „Das ist kein kleines Unterfangen, da die Besitzer der Maschinen von sehr weit herkommen und bei schlechtem Wetter gar nicht anreisen können. Hinzu kommen die vielen Auflagen, die für einen Flugtag vorgeschrieben sind. Dabei geht es in erster Linie um Sicherheit. Wir brauchen Mindestabstände zu den Besuchern, eine Kunstflugbox im Luftraum und die Festlegung der Überflughöhen, um auch mal etwas tiefer über den Flugplatz auf dem Quirnheimer Berg fliegen zu können.“
Wenn alle Maschinen und deren Piloten, die eingeladen wurden, tatsächlich auf dem Quirnheimer Berg landen, dann werden das etwa 50 Maschinen sein. „Aktuell wissen wir, dass eine ,Bücker 181 Bestmann‘, eine Ausbildungsmaschine aus dem Jahr 1945, vor Ort sein wird“, sagt Eymann. „Allerdings ist diese Maschine derzeit nicht flugfähig. Der seltene HirthMotor benötigt noch ein Ersatzteil. Die älteste fliegende Maschine stammt von 1947.“
Am Sonntag wird es Kunstflug mit Maschinen mit Rauchanlage geben, sowohl im Motor- als auch im Segelflug. Beim Segelflug wird die Vorführung mit Musik unterlegt. Zeigen wird der Verein auch seine neue ,ASK 21‘, ein Ausbildungs- und Kunstflug-Flugzeug, das am Sonntag getauft werden soll. Weingräfin Anna-Lena wird diese Aufgabe um 13 Uhr übernehmen. Benannt werden soll die Maschine nach dem kürzlich verstorbenen Ehrenmitglied Erich Meindl, der maßgeblich am Aufbau des Vereins nach dem Krieg beteiligt war. Er war der erste Fluglehrer des Vereins, der Generationen von Piloten ausgebildet hat. „Meindl hatte die Kompetenz und war ein überaus präziser Pilot“, so Ernst Eymann.
Los geht es am Sonntag um 10 Uhr auf dem Quirnheimer Berg. Im gesamten Tagesverlauf werden Maschinen erwartet. Die Flugvorführungen sind in loser Reihenfolge ohne feste Zeit vorgesehen. „Das muss zum Wetter passen. Sämtliche Vorführungen werden moderiert“, sagt Eymann.
Die Verantwortlichen des Motorrad- und Technikmuseums Leiningerland (MTM) werden am Sonntag zudem zum 21. Mal eine Oldtimer-Sternfahrt zum Grünstadter Berg organisieren. „Wir bitten um ihr Verständnis, dass wir wieder keine Traktoren oder größere LastkraftFahrzeuge annehmen können, da unser Ausstellungsareal wegen der Sicherheitsvorschriften auf dem Flugplatzgelände eingeschränkt ist“, informiert Hans Benkula, der stellvertretende Vorsitzende des Museums. Ab 9.30 Uhr steht das Team des MTM bereit, um die ankommenden Teilnehmer in Empfang zu nehmen. Eine Anmeldung oder Nennung ist nicht erforderlich. „Einfach kommen, am MTM-Pavillon anmelden und Steckbrief ausfüllen“, so Benkula, der 250 Oldtimer erwartet. jös

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau – Nr. 149
Datum Freitag, den 30. Juni 2017
Seite 17

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