Rheinpfalz: Fliegen wie ein Vogel


QUIRNHEIM: RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Lorena Grüner hat mit dem Segelflieger abgehoben – Piloten bieten Schnupperwochenende
Ein Schnupperrundflug beim Luftfahrtverein Grünstadt belohnt mit grundlegenden Einblicken in das Fliegen ohne Motor und dem besonderen Gefühl, wie ein Vogel zu fliegen. Der Verein bietet ein Schnupperwochenende vom 13. bis 15. Mai an. Die RHEINPFALZ war vorab bei einem Flug dabei.

An einem sonnigen Nachmittag herrschen ideale Wetterbedingungen, um einen Schnupperrundflug in einem Segelflugzeug zu unternehmen. Am Ostersonntag bot sich die Möglichkeit, in einer Schulmaschine des Luftfahrtvereins mitzufliegen und dabei den vorderen Platz im Flieger, also den eines Flugschülers, einzunehmen. Doch bevor es überhaupt mit dem Fliegen losgehen kann, müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Zum Gewichtsausgleich werden Bleigewichte in der Front des Fliegers verstaut und der Fallschirm muss angelegt werden. Außerdem wird ein so genanntes Thermikhütchen ausgeteilt, das einem Anglerhut ähnelt und vor der starken Sonneneinstrahlung schützt.

Vor dem Einsteigen weist Fluglehrer Max Schuhmann, der Pilot des Fluges, auf die wichtigsten Instrumente hin: der Höhenmesser, der Geschwindigkeitsmesser und das Variometer, das anzeigt, ob der Flieger gerade steigt oder sinkt. Dann wird eingestiegen, etwa wie in eine Badewanne. Nach dem Anlegen des Sicherheitsgurtes erklärt der 23-Jährige, wie dieser im Notfall gelöst und die Haube während des Fluges mithilfe von drei roten Hebeln geöffnet werden kann. Nach dem Startcheck kann es dann schon losgehen. Da der Flieger über keinen Motor verfügt, geschieht der Start mit Hilfe einer Seilwinde, die den Flieger in die Luft zieht. Die Seilwinde ist auf einem Lkw montiert, der am anderen Ende des Flugplatzes steht. Es ist schon ein etwas mulmiges Gefühl, wenn der Segelflieger schließlich über die Startpiste rumpelt, um nach ausreichend gewonnener Geschwindigkeit in einem steilen Winkel in die Luft gezogen zu werden, der sich wie 90 Grad anfühlt. Wenn sich der Flieger über der Seilwinde befindet, klinkt sich das Seil automatisch aus und der Flieger ist frei und gleitet in einer Höhe von etwa 380 Metern durch die Luft. Um Höhe zu gewinnen, nutzt der Pilot aufsteigende warme Luft, die Thermik. Dies geschieht im Kreisflug, genau wie Vögel es tun. In der Thermik erreicht der Flieger dann bis zu 600 Meter an Höhe.

Während des Fluges erklärt Max Schuhmann die Grundlagen zur Steuerung des Fliegers: „Die Pedale steuern das Seitenruder, der Steuerknüppel das Höhen- und das Querruder.” Wird der Steuerknüppel nach vorne bewegt, senkt sich die Nase des Fliegers, er sinkt und gewinnt dabei an Geschwindigkeit. Die Schulmaschine ist für eine Geschwindigkeit von bis zu 250 Kilometer pro Stunde zugelassen, während des Fluges beträgt sie aber nur rund 100 Kilometer pro Stunde.

Um eine Kurve zu fliegen, werde sowohl das Querruder, als auch das entsprechende Seitenruder benötigt, fährt Max Schuhmann fort. Außerdem empfiehlt er, den Steuerknüppel nicht wie einen Besenstiel zu umklammern, sondern locker mit drei Fingern zu umfassen, in etwa wie ein Kugelschreiber gehalten wird. Der 23-Jährige weist außerdem auf den roten Faden hin, der auf der Haube befestigt ist. Dieser zeigt an, aus welcher Richtung der Flieger angeströmt wird. Während des etwa 20-minütigen Fluges bietet sich eine großartige Aussicht auf den Flugplatz und die Umgebung. Leider bleibt der Blick auf den Donnersberg verwehrt, da es doch etwas diesig ist. „Das liegt daran, dass es schon länger nicht mehr geregnet hat und sich sehr viel Schmutz in der Luft befindet”, erklärt Max Schuhmann.

Die Landung gestaltet sich, im Gegensatz zum Start und anders als erwartet, als sehr sanft und der Flieger setzt fast unmerklich wieder auf dem Boden auf. Nach dem Aussteigen muss der Flieger noch zurück zum Start geschoben werden, wobei einige Vereinsmitglieder mithelfen. Das Thermikhütchen darf als Andenken an den Flug behalten werden.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.102
Datum: Dienstag, den 03. Mai 2011
Seite: Nr.14

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