Oldtimer drängen sich am Flugplatz


QUIRNHEIM: Mehr Fahrzeuge als erwartet kommen zur Sternfahrt – Großer Andrang beim Flugplatzfest

Von Joerg Schifferstein

Platzmangel war das große Problem für Hans Benkula und die Aktiven bei der Sternfahrt des Motorrad- und Technikmuseums zum Flugplatzfest in Quirnheim am Sonntag. „Wir wissen nicht mehr, wo wir die Oldtimer noch hinstellen sollen, über 300 Fahrzeuge sind auf dem Platz, das hatten wir noch nie“, sagte Benkula.Und da Oldtimerfahrer ihre schicken Stücke natürlich auch zeigen wollen, habe mancher mit Verärgerung auf die Situation auf dem Quirnheimer Berg reagiert. „Wir müssen uns angesichts der Situation unbedingt für 2014 etwas einfallen lassen, das wird in der Zukunft nur noch mit Anmeldung funktionieren“, so Benkula.Er freut sich zwar, dass auch zahlreiche Traktorfahrer unter den Teilnehmern der Sternfahrt sind, doch die großen Maschinen nehmen zu viel Platz weg und sollen 2014 zu einer eigenen Veranstaltung vom Museum eingeladen werden. „Wir müssen uns einiges einfallen lassen, so darf das nicht mehr passieren, glücklicherweise sind wenigsten derzeit 50 Fahrzeuge unterwegs zu einer Ausfahrt, sonst würde hier alles aus dem Ruder laufen.“

Von dem Bedrängnis der Aktiven des Motorrad- und Technikmuseums bekommen die Besucher derweil nichts mit, sie betrachten sich das Innere der zahlreichen Cabrios, spiegeln sich in den Chrome blinkenden Karossen oder stehen auch schon mal länger am Essen an, gerade zur Mittagszeit ist der Andrang auf dem Flugfeld enorm. Das gilt wohl auch für die Rundflüge.

Ernst Eymann, der Vorsitzende des Luftfahrtvereins Grünstadt und Umgebung, hält das Mikrofon in der Hand, informiert über bevorstehe Rundflüge, kündigt den Abflug von Fallschirmspringern an oder führt Interviews mit wichtige Gästen, wie beispielsweise Vertretern der Luftsportverbände. Die Plätze in der Antonov, mit der Rundflüge über der Region angeboten werden, sind ebenfalls heiß begehrt, schon zur Mittagszeit weist Eymann daraufhin, dass bereits fast alle Flüge belegt seien. Auch die plötzliche Chance auf eine Tandemsprung aus einem der Flieger schallt über den Platz, Nachfragen nach einem solchen Sprung habe es am Morgen bereits gegeben – „hoffentlich ist die Frau, die mich gefragt hat, noch da“, so Eymann.

Überall sind die Helfer im Einsatz, ein junger Mann beispielsweise, schon für den Flug gerüstet mit einem Fallschirm auf dem Rücken, steht auf einer Leiter neben einem Motorflugzeug und betankt den Flieger. Am Parkplatz versuchen die Flieger sich als Einweiser, denn der Zustrom der Fahrzeuge mit Besuchern hält in den Mittagsstunden ungebremst an.

Ganz gemächlich schlendert im Treiben auf dem Flughafen Bernd Jung vom Clauserhof bei Ramsen umher. Der Chef der Oldtimerfreunde aus der Stumpfwaldgemeinde hat eine Truppe von sieben Schlepperfreunden mit ihren historischen Gefährten angeführt. „Ist halt ein Heimspiel für uns, kurze Anfahrt, viel zu sehen, vor allem Motorräder und Autos, das haben wir bei unseren Treffen weniger“, erzählt Jung.

Mit dem Auto – genauer mit einem roten Ford Taunus MP 4 Baujahr 1965 – ist Georg Schoberwalter aus Neidenfels angereist. „Ich bin Sammler, vor allem für Motorräder“, verrät er. Der Ford aber sei ein ideales Fahrzeug für den bequemen Sonntagausflug, so der Sammler. Zwischen den Oldtimer-Fans, die sich über geöffnete Motorhauben beugen, Gespräche über Schrauben, Zylinder und historisch korrekte Lackierungen führen, flanieren auch Besucher, die einfach nur Spaß am Anblick der liebevoll sanierten Fahrzeuge, der alten und neuen Flieger und dem besonderen Flair an diesem besonderen Tag auf dem Quirnheimer Berg haben.

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ Publikation: Unterhaardter Rundschau Ausgabe: Nr.150
Datum: Dienstag, den 02. Juli 2013 Seite: Nr.13 “Deep-Link”-Referenznummer: ’91_12322889′
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