„Nur der Papa hat Angst gehabt“


Rheinpfalz: QUIRNHEIM: Flugplatzfest des Luftfahrtvereins begeistert mit vielen Vorführungen – 20. Oldtimer Sternfahrt
Von Joerg Schifferstein
Die goldene Yak rast über den Quirnheimer Flugplatz hinweg, dreht sich um die eigene Achse, beschreibt eine Kurve am Himmel und setzt zur Landung an. Am Boden merken das die Wenigsten. Das Flugmanöver ist nur eines der vielen sehenswerten Dinge, die an diesem Sonntag beim Flugplatzfest versammelt sind. Der Luftfahrtverein Grünstadt und Umgebung hatte eingeladen und das Motorrad- und Technik-Museum veranstaltete seine 20. Oldtimer-Sternfahrt. Grund genug sich umzusehen und zwischen alten Fliegern und Oldtimern Station zu machen.
Das Flugplatzfest bietet auch immer die Chance zum Schnupperfliegen. Als Gast im Zweisitzer oder als Passagier in einer Broussard, einem Aufklärungsflieger der französischen Armee, der vor allem im Algerien-Krieg zum Einsatz kam und bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben konnte. Auch die sechsjährige Marla Bamberg aus Tiefenthal durfte am Sonntag – sponsort by Opa Uwe und sicher auf dem Schoß von Papa Mattias – eine der Schnuppertouren mitmachen. „Nur der Papa hat Angst gehabt“, kommentierte die kleine Abenteurerin nach der Tour mit dem Flieger das Erlebnis. „Danke Marla“, gab der lakonisch zurück. Für die Sechsjährige ist das Fliegen ja auch kein so wirkliches Abenteuer mehr, immerhin hat sie schon einige Urlaubsflüge hinter sich – alles kein Problem. „Meine Frau ist da nicht so locker, die hat vor unserem Abflug noch nachgefragt, wo denn die Lebensversicherungsunterlagen abgelegt sind“, verriet Mattias Bamberg. Vor der Halle tummelten sich mittlerweile Oldtimerfreunde aus der gesamten Region. Die Autos von der Ente bis zum Jaguar zogen die Blicke auf sich: ein DKW Munga aus der Nachkriegszeit wurde genauso bestaunt wie ein Horch, Baujahr 1941, beides Militärfahrzeuge. Daneben waren die Motorräder ein echter Hingucker. Viele Fahrer waren bereits am Vormittag mit ihren knatternden Maschinen im Eistal unterwegs. Drive In und Fly In in einem.
Quirnheims Bürgermeister Hubert Deubert war aus Worms mit einer Maschine eingeflogen. Harald Weber vom Luftfahrtverein musste hingegen an diesem Sonntag so wie alle Piloten des Gastgebers am Boden bleiben. Jede Hand wurde gebraucht, um das Fest, das hunderte von Besuchern anlockte, und von dem auch das Motorrad- und Technik-Museum im Gewerbegebiet am Sonntag durch Besucherandrang profitierte, auszurichten. „Am Samstag war alles ein bisschen anders als sonst, die Europameisterschaft hat sich auch bei uns ausgewirkt“, berichtete Weber im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Erst Rock mit Resound, dann Fußball-Krimi und später die Band Fused, bei der die Stimmung dann noch einmal richtig hochgekocht sei und die lange bis in die Nacht noch auf der Bühne war, das sei schon ein ungewöhnliches Fest gewesen, ist Weber überzeugt. Er beantwortete am Sonntag übrigens all denjenigen ihre Fragen, die sich für das Fliegen auf dem Grünstadter Berg auch nach dem Flugplatzfest begeistern wollen.

 

Quelle
Ausgabe    Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau – Nr. 154
Datum    Dienstag, den 5. Juli 2016
Seite    14

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